Donnerstag, 31. Dezember 2015

Hier erscheinen Nachrichten und Artikel aus der Welt der Arbeit

und zum Wissenschaftlichen Sozialismus. 

In diesem Blog schreibe ich im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten kleine Beiträge aus der weiten Welt des "wissenschaftlichen Sozialismus" und nutze das Internet um auch andere Beiträge zu vernetzen und zu verlinken. In erster Linie geht es darum aufzuklären und jedem Menschen, der diesen Blog liest, ansieht und zuhört Möglichkeiten zu bieten sich zum Thema eigene Gedanken zu machen. Dieser Blog ist offen auch für andere Ansichten und Weltanschauungen. Dieser Blog postuliert keine absolute Wahrheit , sondern versucht aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Vielleicht birgt dieser Blog für manchen Leser auch einige Überraschungen.

Zum Einstieg ein paar einleitende Worte vom jungen Karl Marx zum Leben:

 "Je weniger du bist, je weniger du dein Leben äußerst, um so mehr hast du, um so größer ist dein entäußertes Leben, um so mehr speicherst du auf von deinem entfremdeten Wesen."
[Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844, (vgl. MEW Bd. 40, S. 549)]

Worte von Karl Marx über die Krisen des kapitalistischen Systems:

"Die bürgerlichen Produktions- und Verkehrsverhältnisse, die bürgerlichen Eigentumsverhältnisse, die moderne bürgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen vermag, die er heraufbeschwor. Seit Dezennien ist die Geschichte der Industrie und des Handels nur die Geschichte der Empörung der modernen Produktivkräfte gegen die modernen Produktionsverhältnisse, gegen die Eigentumsverhältnisse, welche die Lebensbedingungen der Bourgeoisie und ihrer Herrschaft sind. Es genügt, die Handelskrisen zu nennen, welche in ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre - die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zuviel Zivilisation, zuviel Lebensmittel, zuviel Industrie, zuviel Handel besitzt. Die Produktivkräfte, die ihr zur Verfügung stehen, dienen nicht mehr zur Beförderung der bürgerlichen Eigentumsverhältnisse; im Gegenteil, sie sind zu gewaltig für diese Verhältnisse geworden, sie werden von ihnen gehemmt; und sobald sie dies Hemmnis überwinden, bringen sie die ganze bürgerliche Gesellschaft in Unordnung, gefährden sie die Existenz des bürgerlichen Eigentums. Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. - Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; anderseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, daß sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert."
[Karl Marx & Friedrich Engels: Manifest der kommunistischen Partei, (vgl. MEW Bd. 4, S. 467-468)]

Das Kapital einfach bei YouTube

Das Kapital von Karl Marx super einfach und vereinfacht dargestellt!??


Eine kleine Linksammlung zum "Das Kapital" auf YouTube


Ein Link zu  Arnold Heertje über "Das Kapital" von Karl Marx.
(Niederländisch mit englischen Untertiteln)

Das MEGA-Projekt und wie aktuell ist Charley???!! 


Meschugge mit Marx???!!


Arbeit - Meschugge mit Charley!!!????

Mehrwert - Meschugge mit Marx!!!????

Produktionsmittel - Meschugge mit Marx!!!????

Kapital - Meschugge mit Marx!!!????

Warenfetisch - Meschugge mit Marx !!!????


Kritik der Politischen Ökonomie


Grundlagen marxistischer Wirtschaftstheorie - "Zur Kritik der politischen Ökonomie" als Vorläufer zum "Das Kapital"

Marx und Engels in London - Sehr schwere und mühsame Arbeit am "Kapital"

Marx und Engels in London - Vereinigungsparteitag in Gotha

























Ganz so einfach, wie auf YouTube ist "Das Kapital" natürlich nicht zu verstehen. Die Clips geben vielleicht eine kleine Einstiegshilfe, doch "Das Kapital" ist alles andere als eine einfache Lektüre. "Das Kapital" kann man nicht einfach im Bett abends lesen, sondern man muss dieses Buch regelrecht studieren. Die Mehrwerttheorie beispielsweise ist äußerst komplex und ich erinnere mich allzugut an ein Wochenendseminar, dass ich vor ungefähr 30 Jahren miterlebt hatte. Der damalige Referent hat uns jungen Sozialisten erklärt wie der Arbeiter den Mehrwert schafft und wir haben uns zwei Tage lang allein mit diesem Punkt aus dem Kapital beschäftigt.
Überhaupt wird Karl Marx oft zitiert, wenig gelesen und noch viel weniger verstanden. William Morris, der Autor des utopischen Romans "Kunde von Nirgendwo", erlitt beim Lesen des "Kapitals" wie er sagte, eine "Agonie der Verwirrung des Gehirns". Karl Marx hatte Friedrich Engels einmal geschrieben, dass er hoffe sich mit der "ökonomischen Scheiße" nur ein halbes Jahr zu beschäftigen. Doch statt eines halben Jahres hat sich Karl Marx sein halbes Leben mit ökonomischen Fragen beschäftigt.
Im Lesesaal des Britischen Museums von London verbrachte er sein halbes Leben um Gesetzmäßigkeiten in "Gesellschaften wo kapitalistische Produktionsweisen herrschen" zu erkennen und die Wahrheit aus dem Wissen der Welt zu extrahieren.


Im Gegensatz zu manchen Anhängern von Marx, war er selbst im Grunde undogmatisch und hat seine Erkenntnisse mit Friedrich Engels diskutiert. Den ersten Band des "Kapitals" hat er immer wieder überarbeitet und für die anderen zwei Bände hatte er es im Grunde nicht geschafft, eine druckfertige Fassung vorzulegen. Wie aus den YouToube-Clips hervorgeht war Karl Marx universell gebildet und hat immer wieder Anknüpfungspunkte seiner ökonomischen Studien mit Themen aus Naturwissenschaft, Technik und Politik verbunden.

Arbeit und Ware von Marx einfach erklärt

Ware, Tauschwert und Arbeit

Im Juni 1865 hielt Karl Marx einen Vortrag vor dem Rat der Internationalen Arbeiterassoziation, woraus der Marx-Biograph Francis Wheen folgende Absätze aneinanderreihte um zu zeigen, wie Marx ökonomische Zusammenhänge verständlich erklären konnte:

"Da die Tauschwerte der Waren nur gesellschaftliche Funktionen dieser Dinge sind und gar nichts zu tun haben mit ihren natürlichen Qualitäten, so fragt es sich zunächst: Was ist die gemeinsame gesellschaftliche Substanz aller Waren? Es ist die Arbeit. Um eine Ware zu produzieren, muß eine bestimmte Menge Arbeit auf sie verwendet oder in ihr aufgearbeitet werden. Dabei sage ich nicht bloß Arbeit, sondern gesellschaftliche Arbeit. Wer einen Artikel für seinen eignen unmittelbaren Gebrauch produziert, um ihn selbst zu konsumieren, schafft zwar ein Produkt, aber keine Ware. ... Eine Ware hat Wert, weil sie Kristallisation gesellschaftlicher Arbeit ist.[1] Preis ist an sich nichts als der Geldausdruck des Werts.[2] Was der Arbeiter verkauft, ist nicht direkt seine Arbeit, sondern seine Arbeitskraft, über die er dem Kapitalisten vorübergehend die Verfügung überläßt.[3] Unterstellt nun, daß die Produktion der Durchschnittsmenge täglicher Lebensmittel für einen Arbeitenden 6 Stunden Durchschnittsarbeit erheischt. Unterstellt überdies auch, 6 Stunden Durchschnittsarbeit seien in einem Goldquantum gleich 3 Schilling vergegenständlicht. Dann wären 3 Schilling der Preis oder Geldausdruck des Tageswerts der Arbeitskraft jenes Mannes.[4] Durch die Bezahlung des Tages- oder Wochenwerts der Arbeitskraft des Spinners hat nun aber der Kapitalist das Recht erworben, diese Arbeitskraft während des ganzen Tags oder der ganzen Woche zu nutzen. Er wird ihn daher zwingen, sage 12 Stunden täglich zu arbeiten. ... Indem der Kapitalist 3 Schilling vorschießt, realisiert er also einen Wert von 6 Schilling, weil ihm für den von ihm vorgeschossenen Wert, worin 6 Arbeitsstunden kristallisiert sind, ein Wert zurückerstattet wird, worin 12 Arbeitsstunden kristallisiert sind. Durch tägliche Wiederholung desselben Prozesses wird der Kapitalist täglich 3 Schilling vorschießen und täglich 6 Schilling einstecken, wovon eine Hälfte wieder auf Zahlung des Arbeitslohns gellt und die andre Hälfte den Mehrwert bildet, für den der Kapitalist kein Äquivalent zahlt. Es ist diese Art Austausch zwischen Kapital und Arbeit, worauf die kapitalistische Produktionsweise oder das Lohnsystem beruht und die ständig in der Reproduktion des Arbeiters als Arbeiter und des Kapitalisten als Kapitalist resultieren muß.[5]"
Diese Auszüge aus dem Erstdruck des Vortrages erschien erst nach Karl Marx Tod im Jahre 1898 unter dem Titel "Value, Price and Profit". Karl Marx fand seinen Vortrag als zu einfach und unausgegoren. Er wollte diese Schrift auch nie selbst veröffentlichen, seine jüngste Tochter Eleanore Marx war eine ganz praktische und handelnde Persönlichkeit und mit ihrer Herausgabe der Schrift brachte sie Marx ökonomische Studien vor allem den englischen ArbeiterInnen nahe. Karl Marx referierte in englischer Sprache und aus dem Englischen übersetzte Eleanore Marx diese Niederschrift ins Deutsche. Marx und die Engländer, eine Geschichte für sich. Die folgende BBC Dokumentation auf YouTube mit der Journalistin Stephanie Flanders zeigt das Interesse der Briten heute an Charly Marx.


Quellennachweise:
[1]=[Marx: Lohn, Preis, Profit, (vgl. MEW Bd. 16, S. 123)]
[2]=[Marx: Lohn, Preis, Profit, (vgl. MEW Bd. 16, S. 127)]
[3]=[Marx: Lohn, Preis, Profit, (vgl. MEW Bd. 16, S. 130)]
[4]=[Marx: Lohn, Preis, Profit, (vgl. MEW Bd. 16, S. 132)]
[5]=[Marx: Lohn, Preis, Profit, (vgl. MEW Bd. 16, S. 133-134)]

Donnerstag, 9. Juli 2015

Geh deinen Weg, und lass die Leute reden!!!

Aufrecht gehen muss gelernt sein

"Geh deinen Weg, und lass die Leute reden", könnte ein Lebensmotto sein, um einigermaßen gut durch das Leben zu kommen. Selber zu machen und zu tun was man will. Diesen Mut bringen nur wenige Menschen auf. Viele Menschen lassen sich durch das Gerede der Leute zu stark beeinflussen. Viele Menschen hören nicht auf ihre eigene innere Stimme und bringen nicht den Mut auf, ihren eigenen Weg zu gehen. Im Film "Matrix" gibt es eine Szene wo Morpheus zu Neo sagt, "Ich kann dir nur den Weg zeigen, gehen musst du ihn selbst." Im Film Matrix zeigt der Meister seinem Schüler den Weg, nachdem Neo den Weg beschritten hat, um seinen Meister zu finden.
Karl Marx hatte seinen Meister, oder besser gesagt seine Meister, in Hegel und Feuerbach gefunden und ähnlich wie Neo Morpheus überflügelt hat, hat Karl Marx die beste Synthese zwischen Hegel und Feuerbach gefunden. Die dialektische Logik Hegels wurde kongenial mit dem Feuerbachschen Materialismus kombiniert, nicht ohne die beiden Philosopen vorher zu kritisieren, genauestens zu analysieren und sie auseinanderzunehmen. Marx hatte Hegel vom Kopf auf die Füße gestellt und die feuerbachsche Religionskritik auf die sozialen Zusammenhänge der Gesellschaft übertragen. Nach den kurzen philosophischen Ausflügen hatte Marx sich vorgenommen, nach der Veröffentlichung des kommunistischen Manifestes, die kapitalistische Produktionsweise, die zutiefst chaotisch und anarchisch abläuft, näher unter die Lupe zu nehmen. Seine Analysen führten vom Fetischcharakter der Waren hin zu seiner Mehrwerttheorie, indem er wissenschaftlich auf dialektisch materialistische Art nachweist, dass die Arbeitskraft die die Arbeitnehmer verkaufen müssen um zu überleben, den besitzenden Klassen große Profite einbringen und so ihre Macht und Herrschaft sichern und stärken. Die lohnabhängig Beschäftigten schmieden sich ihre eigenen Ketten. Bei sehr guten Löhnen werden die Arbeiter nicht freier, sondern schmieden sich lediglich goldene Ketten, die ihnen erlauben etwas größere Tortenstücke vom Kuchen abzubekommen. Manche abhängig Beschäftigten kriegen saftige Stücke, andere werden nur mit Brosamen abgespeist.
Wirtschafts- und Finanzkrisen fallen nicht vom Himmel, sondern sind Teil des Systems in dem Überkapazitäten abgebaut und Arbeitskräfte "freigesetzt" werden. Privilegiertere Gesellschaftsmitglieder trifft die Krise zwar auch hart, aber nicht so hart wie Menschen die keinerlei oder nur wenige Privelegien haben. Menschen in der sogenannten "Dritten Welt" trifft die Krise härter als in den kapitalistischen Metropolen.
Aufrecht zu gehen ohne sich in irgendeiner Weise zu korrumpieren oder sich wenigstens nicht schuldig zu machen ist in dieser Welt sehr schwer. Die Krise ist für kapitalistische Gesellschaften ein zweischneidiges Schwert, in Krisenzeiten können, so Marx, alte Geister der Vergangenheit heraufbeschworen werden oder es können auch progressive Kräfte Oberwasser gewinnen. Zur Krise im Kapitalismus werde ich später noch was schreiben.
Wichtig ist festzuhalten, dass aufrecht gehen und wahre Erkenntnisse zu verbreiten nicht risikolos ist. Mit seinem Werk das "Kaptital" hat Karl Marx wahre Erkenntnisse über die kapitalistische Produktionsweise verbreitet. Wie schon erwähnt hat er den Fetischcharakter der Ware beschrieben und die Mehrwerttheorie entwickelt, die Mehrwerttheorie hatte Friedrich Engels einmal als die zweite wissenschaftliche Entdeckung beschrieben. Nachdem Marx, so Engels, schon entdeckt hat, dass der Mensch erst essen, trinken, schlafen und arbeiten muss, bevor der Mensch sich der Religion, Philosophie, Kunst, Wissenschaft und Politik widmen kann.
Das Hauptwerk von Marx ist "ein Geschoss in das Mark des Kapitalismus", so wiederum sein Freund Engels.
Als die erste Auflage des Kapitals erscheint, schreibt Karl Marx am Ende seines Vorwortes.
"Jedes Urteil wissenschaftlicher Kritik ist mir willkommen. Gegenüber den Vorurteilen der sogenannten öffentlichen Meinung, der ich nie Konzessionen gemacht habe gilt mir nach wie vor der Wahlspruch des großen Florentiners: 'Segui il tuo corso, e lascia dir le genti!' [Geh deinen Weg, und lass die Leute reden.]"

Karl Marx im Jahr 1867, dem Jahr in dem die erste Auflage des "Kapitals" erschien.


Francis Wheen, ein englischer Journalist und Autor einer Biografie von Karl Marx, schreibt folgendes in seinem Buch 'über Karl Marx - Das Kapital'.

„Hätte "Das Kapital" mit der gesprengten kapitalistischen Hülle und der Expropriation der Expropiateure geendet, wäre es womöglich als ein im wesentlichen prophetisches Werk über den zwangsläufigen Untergang des Kapitalismus aufgefasst worden. Aber so wendet der Verfasser sich zum Schluss von den Bedrückern weg wieder den Opfern zu und verabschiedet sich mit einer Reprise des Leitmotivs: Was auch immer sein Los sein wird, mag er noch ein Jahrhundert oder ein Jahrtausend bestehen - der Kapitalismus lebt von Ausbeutung. Wir sind dort angekommen, von wo wir ausgingen, in einer Hölle auf Erden, die einer diesseitigen Variante von Dantes Inferno gleicht. 'Was kümmert`s dich, was die raunen?', fragt Vergil Dante im fünften Gesang des Purgatio. 'Folge mir nach und lass die Leute reden!' [Vien retro a me, e lascia dir le genti!]. Marx der keinen Vergil als Führer hatte, zitiert den Vers in abgewandelter Form als 'Wahlspruch' am Ende seines Vorwortes zur ersten Auflage des "Kapitals", um klarzustellen, dass er den Vorurteilen der sogenannten öffentlichen Meinung' keine Zugeständnisse machen wird: 'Segui il tuo corso, e lascia dir le genti!' [Geh deinen Weg, und lass die Leute reden.] Von Anfang an ist also das "Das Kapital" als ein Abstieg in unterweltliche Regionen angelegt, und noch mitten in komplexen theoretischen Überlegungen evoziert der Verfasser einen plastischen Eindruck von der Szenarie und Bewegungen der gesellschaftlichen Kräfte im Kapitalismus.“

Donnerstag, 1. Januar 2015

Das Geheimnis des Lebens

Ein Gesetz des Lebens???!!

In der Karl Marx Biografie zitiert Francis Wheen die Endrücke von dem amerikanischen Journalisten John Swinton, als dieser Karl Marx besucht hatte.

„Wir redeten über die Welt, über die Menschen, über die Zeit und ihre Ideen, während der Klang unserer Gläser sich mit dem Rauschen der See mischte. Die Eisenbahn erwartete niemanden mehr, und die Nacht brach herein. Beim Nachdenken über die Geräusche und den Lauf der Zeit und der Jahre, im Gespräch über den Tag und die Szenen des Abends stieg in mir eine Frage auf, die das Grundgesetz des Seins berührte und auf die ich von diesem Weisen eine Antwort haben wollte.
Nachdem wir alle Tiefen der Sprache und alle Höhen der Emphase durchmessen hatten, unterbrach ich eine lange Pause des Schweigens und wandte mich an den Revolutionär und Philosophen mit den schicksalhaften Worten: „Was ist???“


Und es war, als ob sein Geist einen Moment umkehre, während er auf die brüllende See und das rastlose Treiben des Strandes blickte. „Was ist???“, hatte ich gefragt, worauf er in dunklem, feierlichem Ton antwortete:

Kampf!!!

Zunächst glaubte ich einen Nachhall von Verzweiflung zu hören, aber vielleicht war es das Gesetz des Lebens.“

New York Sun, 6. September 1880